Künstlerisches

Könnten Sie das tanzen?

Es gibt heute viele Möglichkeiten, als Laie einer künstlerischen „Leidenschaft“ nachzugehen. Etwas zu tun, was über den Alltag hinausweist, was eine positive Selbsterfahrung und eine Steigerung der Eigenaktivität und Phantasie, des Spiels und der Gestaltung ermöglicht.

Könnten Sie das tanzen?

Vielleicht das, was auf dem Bild oben rechts zu sehen ist? Oder ein Gedicht: „Eine Art von Stille leuchtet zum Grund…“? Oder lieber ein Stück von Schubert? Und kennen Sie folgendes Erlebnis? Sie hören intensiv einer Musik zu, vielleicht hören oder lesen Sie auch ein paar Zeilen eines Gedichts, und Sie spüren eine innere Beweglichkeit, die sich ganz frei entfalten kann, nach allen Richtungen hin ausdehnen kann, Weite und Tiefe gewinnt, sich verändert, neue Farben annimmt…

Dann haben Sie die Quelle für die Eurythmie in sich gespürt. Denn Eurythmie bewegt den Körper so, dass diese innere Beweglichkeit und Gestaltungskraft sichtbar werden kann. Die eurythmischen Bewegungen entstehen dabei aus den Wesenszügen der einzelnen musikalischen und sprachlichen Elemente und machen daraus einen künstlerisch gestalteten Bewegungsfluss, der dem Charakter einer Komposition, eines Gedichts oder aber auch eines inneren „stummen“ Vorgangs entspricht.

Sich mit der Bewegung künstlerisch auszudrücken, verlangt viel; denn Sie müssen sich tatsächlich ganz offenbaren: mit Körper, Seele und Geist. Beim Malen und beim plastischen Gestalten kommen Sie in Berührung mit Materialien wie Lehm, Papier, Farben, Stein, aber auch mit Formen, Linien, Flächen, mit Tasten, Drücken und Prägen, mit äusseren Bildern für innere Vorgänge. Mit der Musik und dem künstlerischen Umgang mit Sprache sind Sie im Bereich der „Zeit“-Künste: verinnerlichen, atmen, hören und hörbar werden lassen, verstehen, Pausen setzen, innere Bilder schaffen.

Schauspiel, Tanz und Eurythmie lassen diese Zeit-Qualitäten wieder räumlich sichtbar werden lassen: durch Ihre eigene Bewegung. Sie haben keinen Pinsel, keine Querflöte, durch die Sie sich ausdrücken. Sie sind Ihr eigenes Instrument und zugleich die Spielerin, der Spieler. Das kann aber besonders stark zu äusserer und innerer Beweglichkeit führen, einen „Fortschritt“ ermöglichen. Bewegung kann helfen, Ichstärke zu aktivieren und damit Vergangenheit zu bewältigen und Zukunft zu gestalten.

Könnten Sie das tanzen?

Wenn Sie auf diese Frage, die 1908 am Beginn der Eurythmie stand, mit Ja antworten und eine vertiefte Erlebnisfähigkeit für Musik und Sprachesuchen, dann ist vielleicht ein Eurythmiekurs das Richtige für Sie. Es gibt verschiedene Kurse – einige arbeiten künstlerisch sehr intensiv bis zur Gestaltung von Aufführungen, andere wiederum richten die Qualität des Eurythmischen mehr auf das eigene Befinden in Richtung Gesundheitsprävention, und die meisten Kurse verbinden beide Möglichkeiten.

Ausführliche Informationen zur Entwicklung der Eurythmie, zu ihren Arbeitsgebieten und zur Anthroposophie finden Sie unter

www.anthromedia.net
www.eurythmie-info.de
www.goetheanum.org

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